E-Scooter in Hamburg

Sie sind, zusammen mit MOIA, das Trendthema der Mobilität in 2019: E-Scooter. In vielen internationalen Metropolen sind die elektrisch motorisierten Cityroller bereits Gang und Gäbe. In Deutschland können sie erst seit Juni 2019 legal mit Straßenzulassung gefahren werden. Da die Gesetze und Vorgaben noch so jung sind, sind die Möglichkeiten der Anschaffung eines eigenen Rollers noch nicht sehr vielfältig. Umso besser, dass es in Hamburg bereits erste Sharing-Modelle gibt. Worauf ihr achten müsst, welche Optionen ihr habt und was die Anbieter in petto haben, lest ihr in den folgenden Zeilen.

In der App von TIER sieht man die Sperrzonen in Hamburg ganz gut.

Zuerst: Die Regeln

Bevor ihr jetzt losrennt und wie wild mit E-Scootern durch die City düst, gibt es einige Regeln, die ihr beachten solltet. Gehwege sind für E-Scooter tabu. Stattdessen sieht das Gesetz vor, dass die kleinen Flitzer auf Radwegen oder Straßen fahren. Es gibt zwar keine allgemeine Helmpflicht, dennoch ist es sinnvoll, wie beim Fahrradfahren, auf die eigene Sicherheit zu achten und einen Helm zu tragen. Auch das nebeneinander fahren mehrerer Roller, freihändiges Fahren oder das “Anhängen an Autos” sind verboten. Die Bußgelder reichen von 15 € für Fahren auf unzulässigen Flächen bis hin zu 70 €, wenn man ohne Betriebserlaubnis unterwegs ist. Noch gilt die Verordnung nur für Elektroroller (charakterisiert durch Lenker, Maximalgröße und -gewicht), aber auch Hoverboards sollen bald reguliert werden (Quelle: Autozeitung.de). Ansonsten darf jeder ab 14 Jahren mit einem E-Scooter fahren, wenn alle Verkehrsbedingungen eingehalten werden.

Lohnt es sich, selbst einen Roller zu kaufen?

Roller mit Straßenzulassung sind noch sehr rar. Als einer der ersten Modelle ist der Metz Moover zugelassen worden. Mit 1.998 € im Anschaffungspreis ist er jedoch kein typischer Impulskauf. Deutlich kostengünstiger wird im August der Moovi E-Scooter auf den Markt kommen. Für 599 € kann man den Roller der Kompaktklasse momentan vorbestellen. Unabhängig von den Anschaffungskosten, müsstet ihr euren Roller noch versichern. Die Kosten dafür dürften sich ungefähr im Bereich der Moped-Versicherungen einpendeln (30 bis 40 Euro im Jahr). Zu guter Letzt ist die Reichweite der Roller entscheidend. Viele Modelle haben eine Reichweite von circa 25 Kilometern. Wer längere Strecken zurücklegen möchte, muss auf andere Bewegungsmittel, wie z.B. auf E-Roller wie die E-Schwalbe zurückgreifen. Im verlinkten Beitrag könnt ihr meine Erfahrungen mit der E-Schwalbe lesen.

Diese Sharing-Anbieter gibt es momentan

Pünktlich zur Straßenzulassung haben sich schon einige Sharing-Anbieter von E-Rollern in Hamburg positioniert. Ihr habt sie bestimmt auch schon an den schrillen Farben und der großen Werbung gesehen. Die Stadt hat dieses Sharing stark reguliert, viele innerstädtische Hotspots wie der Jungfernstieg sind Parkverbotszonen. Dennoch ist es interessant zu sehen, welche Anbieter es gibt und wie sie funktionieren. Eine Übersicht:

  • Tier Mobility

Laut Angaben des Betreibers gibt es mittlerweile 600 Roller zur Kurzmiete in Hamburg. Um sich bei Tier anzumelden, müsst ihr euch die passende App runterladen und euch in sechs Schritten registrieren. Voraussetzung ist nur ein Mindestalter i.H.v 18 Jahren und eine Kreditkarte. Schade, dass es hier keine anderen Zahlungsmethoden gibt. Die Kosten sind, übrigens bei allen Anbietern ähnlich, auch nicht ganz gering: 1,00 € Grundgebühr + 15 Cent pro Minute zahlt man für einen Leihvorgang. Dafür macht der Roller von Tier einen sehr wertigen Eindruck.

  • Lime

Lime hat die wohl größten E-Roller im Angebot. Sie fallen direkt durch die quietschgrüne Farbe auf. Der amerikanische Anbieter hat neben der Kreditkarte auch PayPal oder Apple Pay als Zahlungsmöglichkeiten im Angebot. Auch hier kostet die Fahrt 1,00 € Grundgebühr + 0,15 € pro Minute.

  • Circ

Auch bei Circ kann man momentan nur mit Kreditkarte zahlen. Auch gibt es bisher erst wenige Roller des Berliner Startups. Dafür kommen die rot-schwarzen Roller mit einer Handyhalterung und doppelter Handbremse daher. Circ schließt sich der Konkurrenz an und verlangt ebenso 1,00 € Grundgebühr + die üblichen 15 Cent pro Minute.

E-Scooter die Zukunft in Hamburg?

Zu aller erst lässt sich sagen: Mit einem E-Scooter zu fahren bringt eine Menge Spaß. Es ist besonders für kürzere Strecken, in denen man trotzdem mobil sein möchte, eine gute Alternative und daher auch besonders für Touristen geeignet. Und hier kommen wir zum eigentlichen Problem der E-Scooter: Die Sicherheit. In den USA wurde schon eine Zunahme der Verkehrsunfälle verzeichnet. Wenn nun auch noch Personen mit einem ihnen unbekannten Fahrzeug und ohne Kenntnis der Regeln durch die Stadt brettern, sind Probleme vorprogrammiert. Ein weiteres Sicherheitsmanko ist der fehlende Helm bei der Leihe. Während Rollersharingdienste wie Emmy immer zwei Helme im Koffer des Rollers mitliefern, gibt es diese Funktion bei E-Scootern nicht.

Es wird spannend zu sehen sein, wie sich der “Boom” um E-Scooter in Hamburg weiter entwickelt. Trotz erster Regeln für die kleinen Flitzer, werden am Ende die Beobachtungen wichtig sein, wie sich die neuen Verkehrsteilnehmer einfügen und ob sich die Befürchtungen der Rad- und Autofahrer sowie Fußgänger bestätigen.

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